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Zur Geschichte

Es wird wohl nie schlüssig geklärt werden, ob der Schipperke ein Abkömmling des schwarzen Belgischen Schäferhundes ist, oder ob er ursprünglich zu den spitzartigen Rassen gehörte. Bereits bei der Herkunft des Namens sind sich die Fachleute nicht einig: Während er für die einen als kleiner schwarzer Schäferhund gilt, flämisch "Schepperke" ,ist er für andere ein Hund der Binnenschiffe, wo er als "Schipperke" (Schiffsjunge) gebraucht wurde. Dort war er dazu da, Ratten und Mäuse zu vertilgen sowie andere Schiffe anzugeben. Das mag vermutlich auch der Grund sein, weshalb die Engländer überzeugt sind, dass der Terrier eingekreuzt wurde. Anders sieht das Richard Strebel: Für den deutschen Kynologen (ca.1905) ist diese Aussage reiner Unsinn. Für ihn ist der Schipperke "durch und durch Spitz".

 Dem wiederspricht wiederum der Schweizer Hans Räber, und er schliesst sich der Meinung vieler Forscher an, die der Ansicht sind, dass der  Schipperke eine Zwergform des schwarzen Schäferhundes ist. Räber führt in seinem Werk "Enzyklopädie der Rassehunde" aus, wie eine längst verschwundene belgische Rasse in der Umgebung von Löven beschrieben wurde: mittelgross, schwarz, mit aufrecht stehenden Ohren, zum Teil angeborenem Stummelschwanz und einer Risthöhe von 45 bis 52 cm. Der Hund war sehr beliebt, insbesondere bei Fuhrleuten, deren Lasten der "Leuvenaar" mutig verteidigte. Nach Ansicht mancher Kynologen ist dann aus den grösseren der Groenendael, aus den kleineren der Schipperke entstanden.

Es ist bekannt, dass bereits 1690 die Handwerker vom Quartier in St. Géry (Brüssel) eine Schipperke-Show abhielten. Dabei ging es hauptsächlich darum, ihre mit Kupfer verzierten Halsbänder zu präsentieren. Besonders die Schuhmacher gerieten in einen regelrechten Wettstreit um das schönste Halsband. Die ledernen, mit Kupfer verzierten und auf Hochglanz polierten Halsbänder wurden zum Kultobjekt und stellten oftmals den ganzen Stolz des Schipperkebesitzers dar. So sah man an Sonntagen die Schuhmacher ausgehen, mit oder ohne Familie aber niemals ohne Schipperke. Auch wenn er vergass, die eigenen Stiefel zu glänzen, so doch nie das Halsband des Hundes.

Eine Legende berichtet von zwei Handwerker die sogar, wegen der Halsbänder ihrer Hunde, in einen Streit gerieten. Aus Wut lockte der Unterlegene den Hund seines Rivalen ins Haus, wo er ihm die Rute abschnitt. An der folgenden Sonntagsparade wurde der schwanzlose Hund so bewundert, dass fortan jedem Schippeke die Rute kupiert wurde.

1888 wurde nach einer Spezialschau im Grand Palais von Brüssel ein Rasseverein gegründet - dabei soll der Schipperke seinen endgültigen Namen erhalten haben. Und kaum hatte die belgische Königin einen Schipperke gekauft, wollte jedermann einen solchen Hund. Die Rasse wurde schnell populär. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde sie sogar in die USA exportiert. Der Schipperke machte nicht nur an Ausstellungen Furore, sondern war auch in Unterordnungswettbewerben sehr erfolgreich.

Als 1888 der Standard niedergeschrieben wurde, gab es noch drei verschiedene Typen: Den Leuvenese-Typ mit glattem Fell und wenig Kragen; den Brüsseler-Typ mit dichtem Fell und prächtigem Kragen und schliesslich als "Mittelding" den Antwerper-Typ mit mässig dichtem Kragen und Hosen, kurzem Haar am Körper und an den Beinen.